Nachhaltiges Bauen

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil unserer architektonischen Gestaltung. Wir setzen auf ressourcenschonende Baustoffe, energieeffiziente Technologien und ökologisch verantwortliche Baupraktiken. Unser Ziel ist es, umweltfreundliche Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den aktuellen Bedürfnissen, sondern auch den zukünftigen Generationen gerecht werden.

Die Entstehung des Begriffs und seine Bedeutung


Das nachhaltige Bauen bezeichnet eine ökonomische und ökologische Differenzierung des bisher in Deutschland unter der Bezeichnung des ökologischen Bauens verstandenen Begriffs. Der Nachhaltigkeitsgedanke entstand bereits im 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft und wurde durch den Bergbauhauptmann Hans Carl von Carlowitz geprägt. Er erkannte einen Zusammenhang zwischen der aus massiver Rodung resultierenden Holzknappheit und negativen ökologischen und gesellschaftlichen Verhältnissen. Als Resultat seiner Beobachtungen forderte er einen sorgsamen Umgang mit der Ressource Holz, worunter er das ausgeglichene Verhältnis zwischen Anbau und Rodung des Holzes verstand.

Definition

Ein nachhaltiges Gebäude zeichnet sich durch seine hohe ökologische, ökonomische und sozio-kulturelle Qualität aus. Diese drei Aspekte bilden die drei Hauptsäulen der Nachhaltigkeit. Die sie charakterisierenden Kriterien werden nicht isoliert, sondern in einem Gesamtzusammenhang betrachtet. Ausgangspunkt und wichtige Voraussetzung, um objektive Aussagen über die nachhaltige Qualität eines Gebäudes machen zu können, ist die Betrachtung der gesamten Lebensdauer eines Bauwerks. Die Lebensdauer eines Gebäudes umfasst die Phasen der Planung, der Errichtung, der Nutzung, des Betriebs und des Abrisses bzw. des Rückbaus. Diese unterschiedlichen Phasen eines Gebäudes stellen gemeinsam seinen Lebenszyklus dar. Der Lebenszyklus bildet so den zeitlichen Rahmen zur Beurteilung der Nachhaltigkeit. Alle Phasen des Lebenszyklus müssen bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit eines Gebäudes einbezogen werden.

Nachhaltige Materialien für den Hausbau

Holz - Das Material schlechthin für nachhaltiges Bauen: Holz ist einer der ältesten und beliebtesten Baustoffe überhaupt und zudem besonders umweltfreundlich. Der nachwachsende Rohstoff wächst beinahe überall und kann auch lokal beschafft werden. Zudem weist er fantastische Wärmedämmungseigenschaften auf und ist belastbar. Jedoch sollte bei der Behandlung mit Chemikalien darauf geachtet werden, die umweltfreundlichen und recycelbaren Eigenschaften des Holzes nicht zu zerstören.
Lehm – Auch Lehm gehört zu den ökologischen Baustoffen, die seit Jahrtausenden im Hausbau verwendet werden. Bereits die Römer nutzen das Gemisch aus Ton und Sand. Da es sich bei Lehm um ein extrem robustes Material handelt, sind viele Lehmgebäude aus dem Altertum noch heute erhalten. Dicke Lehmwände besitzen außerdem ausgezeichnete isolierende Eigenschaften, die ihren Vorteil vor allem in den Sommermonaten offenbaren. Auch bei hohen Außentemperaturen bleibt es in den Innenräumen angenehm kühl – ganz ohne Stromverbrauch und den Einsatz einer teuren Klimaanlage. Zudem hat der nachhaltige Baustoff Lehm eine hervorragende CO₂-Bilanz und kann zu 100 % recycelt werden.
Ton – Da Ton in Lehm enthalten ist, verhält sich dieses Material sehr ähnlich. Dieser vollkommen natürlich Baustoff wird ebenfalls seit vielen Jahrhunderten zum Hausbau genutzt und eignet sich fantastisch, um ein nachhaltiges Haus zu bauen. Die exzellente Isolierung von Ton sorgt dafür, dass Räume in Sommer kühl und im Winter warm bleiben. Zudem speichern Tonwände auch Feuchtigkeit, welche sie bei Bedarf wieder abgeben. Das sorgt stets für ein angenehmes Raumklima.
Schilf – Schilf als Baustoff findet man vorwiegend in Norddeutschland, Skandinavien und England Doch auch in anderen Teilen der Welt, wie Asien oder Afrika, finden sich die mit Schilf gebauten sogenannten Reetdächer. Schilf ist ein in höchstem Maße klimafreundlicher Baustoff. Bereits beim Anbau bindet er CO₂ aus der Luft. Regen oder Schnee müssen mit einem Schilfdach auch nicht gefürchtet werden, da es unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit ist. (Mehr zum Thema Dachausbau)
Ziegel – Wieder einmal ist es ein traditioneller Baustoff, der sich als besonders umweltfreundlich erweist. Ziegel bestehen aus Lehm und gehören zu den ältesten künstlichen Baustoffen überhaupt. Da sie extrem robust und langlebig sind und dabei nur geringfügige Wartungsarbeiten verursachen, zählen auch die guten, alten Ziegelsteine mit zu den besten Materialien, wenn es um nachhaltiges Bauen geht.

Dos beim nachhaltigen Bauen

Auf lange Sicht denken – Im Idealfall wird ein Haus ein Leben lang bewohnt und aus diesem Grund sollte es entsprechend geplant und unter Berücksichtigung der Lebenszykluskosten umgesetzt werden. Auch Sanierungsarbeiten, die Benutzung durch zukünftige Generationen und ein eventueller Rückbau sollten bei der Planung mit bedacht werden.
Material und dessen Herkunft gewissenhaft wählen – In der nachhaltigen Architektur ist die Materialwahl besonders wichtig. Dabei geht es nicht nur um die Haltbarkeit, sondern um alle Umweltfaktoren, wie die Recycelbarkeit oder die Transportwege, welche in der Nachhaltigkeit eine Rolle spielen. Auch die Auswirkung der Materialien auf die Energieeffizienz sollte bedacht werden.
Erneuerbare Energien nutzen – Ob Wärmepumpe oder Solarzellen, diese erneuerbaren Energien sollten beim Neubau bereits berücksichtigt und unbedingt ausgenutzt werden, wenn nachhaltig Bauen und Wohnen das Ziel ist.
Smart Technology einbeziehen – SmartHome Technologien können dabei helfen, Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen. Das beginnt bei einer einfachen Automatisierung der Leuchtmittel, welche zu vorgeschriebenen Uhrzeiten gedimmt oder ausgeschaltet werden sollen. Auch die Heizung oder eine Klimaanlage können über diese Technik automatisch gesteuert werden. Das hilft beim Sparen von Energie und Geld.

Don’ts beim nachhaltigen Bauen

Den Standort vernachlässigen – Der Standort spielt für die Energieeffizienz eine entscheidende Rolle. Sollen etwa Solarzellen zum Einsatz kommen, ist es besonders wichtig, dass das Haus an einem sonnigen Ort steht, welcher nicht von hohen Bäumen oder anderen Gebäuden umgeben ist.
Zu groß bauen – Das Tiny House nimmt nicht ohne Grund stetig an Beliebtheit zu, denn kleine Räume lassen sich schneller und einfach heizen oder kühlen. Auch das sorgt für eine bessere Energieeffizienz und kann dabei helfen, die Lebenszykluskosten geringer zu halten.
Umweltschädliche Materialien nutzen – Werden umweltschädliche Materialien verwendet, kann das nicht nur dem Planeten schaden, sondern auch teuer enden. Bei Renovierungs- oder Abrissarbeiten müssen diese oft teuer entsorgt werden.
An der falschen Stelle sparen – An der falschen Stelle bei der Planung oder dem Bau zu sparen, kann sich zum späteren Zeitpunkt ebenfalls rächen. Natürlich gibt es für viele Bauteile oder Materialien günstigere, nicht nachhaltige Alternativen, die eine ebenbürtige Qualität aufweisen. Bei der Dämmung, den Fenstern oder auch der Wahl der Wärmequelle sollte jedoch definitiv nicht gespart werden, denn das kann sich negativ auf die Lebenszykluskosten auswirken.

Warum nachhaltig bauen? 6 überzeugende Gründe

1. An zukünftige Generationen denken
Gebäude haben – verglichen mit dem Menschen – eine potenziell viel längere Lebenszeit. Das älteste noch immer bewohnte Haus findet sich auf den Färöer Inseln und trägt den Namen Kirkjubøargarður. Dieser Bauernhof wurde im 11. Jahrhundert erbaut und ist heute eine der größten Attraktionen der Insel.
Natürlich überlebt nicht jedes Haus so viele Jahrhunderte und kann noch immer als Behausung oder einem anderen Zweck dienen. Dennoch ist es üblich, dass ein solide gebautes Haus mehrere Generationen beherbergen kann. Auch Büro- oder Industriegebäude können über die Jahrzehnte oder Jahrhunderte für viele unterschiedliche Zwecke genutzt werden. Um auch diese zukünftigen Generationen und Nutzer im Blick zu behalten, ist es besonders wichtig, vorausschauend und nachhaltig zu bauen. Eine Zukunftsstudie zeigt, wie nachhaltiges Bauen die Architektur beeinflusst und wie die Bewohner davon profitieren.

2. Die Umwelt schonen
Zum Bau eines Hauses werden Materialien benötigt. Da nicht alle Rohstoffe auf unserem Planeten in unendlichen Mengen vorhanden sind, ist es ratsam, bei der Wahl genauer hinzusehen, um möglichst umweltfreundlich zu bauen. Nachwachsende und langlebige Materialien, welche lokal beschafft wurden, sind besonders geeignet. Sollte später einmal eine Sanierung vorgenommen oder das Gebäude zurückgebaut werden, empfehlen sich Stoffe, welche wiederverwendet oder recycelt werden können.
Auf umweltschädliche, nicht recycelbare Materialien oder auf Stoffe, die einen langen Transportweg zurücklegen müssen, sollte nach Möglichkeit verzichtet werden. Somit kann auch beim ökologisch nachhaltigen Bauen ein Teil zum Umweltschutz beigetragen werden. Eine Studie zählt die wichtigsten ökologischen Gründe für das nachhaltige Bauen auf.

3. Sparsam bauen
Auch der Geldbeutel kann von der Nachhaltigkeit im Bauwesen profitieren. Die Lebenszykluskosten eines Hauses, also die Kosten, die während der gesamten „Lebenszeit“ des Hauses anfallen, können sehr hoch ausfallen. Eine nachhaltige Architektur trägt dazu bei, diese laufenden Kosten zu senken und gleichzeitig die Umwelt zu schonen.
Beispielsweise hilft eine gute Dämmung, Heiz- oder Klimaanlagekosten zu sparen. Langlebige Bauteile sind robuster und müssen nicht so häufig ersetzt werden wie weniger langlebige Materialien. Auch die Nutzung erneuerbarer Energien, wie beispielsweise Solarenergie, sind kostengünstigere Alternativen, welche die Natur schonen. Somit wird Nachhaltigkeit nicht nur aus Umweltschutzgründen zum Vorteil, sondern zeigt sich am Ende auch im Portemonnaie. Eine nachhaltige Bauweise erhöht zudem den Verkaufswert für den Fall, dass das Eigenheim zu einem späteren Zeitpunkt wieder verkauft werden soll.

4. Gesünder leben
Die Gesundheit und das persönliche Wohlbefinden profitieren ebenfalls von nachhaltiger Architektur. Natürliche Materialien sorgen für ein besseres, angenehmeres Raumklima. Im Gegenzug bedeutet nachhaltiges Bauen auch der Verzicht auf umwelt- und gesundheitsschädigendes Material. Das falsche Dämmmaterial kann sich laut Bayrischem Landesamt für Umwelt in feine Partikel auflösen und Atemwegsreizungen verursachen oder im schlimmsten Fall sogar krebserregend sein. Auch können moderne Belüftungsanlagen eingesetzt werden, die Schmutz und Allergene direkt aus der Luft filtern. Diese tragen nicht nur zur Gesundheit bei, sondern können auch langes Lüften und höhere Heizkosten verringern.

5. Wohnatmosphäre verbessern
Ein nachhaltiges Haus zu bauen, muss nicht altmodisch sein. Ganz im Gegenteil, denn Holz hat als Baustoff in den vergangenen Jahren wieder vermehrt an Beliebtheit gewonnen. Ein natürlich minimalistischer oder skandinavischer Stil liegt wieder im Trend und sorgt ganz nebenbei für eine gemütliche Wohnatmosphäre. Somit bringt die Nachhaltigkeit beim Bauen neben den positiven ökologischen und ökonomischen Vorteilen auch noch einen modernen Wohlfühlfaktor mit sich.

6. Förderungen nutzen
Ein nachhaltiges Haus zu bauen, kann sich finanziell lohnen, denn an vielen Stellen sind Förderungen für nachhaltiges Bauen erhältlich. Wird etwa eine eigene Solaranlage installiert, erhält man an vielen Stellen Zuschüsse und Förderungen, da es sich um eine erneuerbare und umweltfreundliche Energiequelle handelt.
Auch Wärmepumpen als Alternative zu umweltschädlichen Heizungsanlagen sind förderfähig durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Ladestationen für Elektroautos, welche im Eigenheim eingebaut werden, können ebenfalls gefördert werden. Nachhaltig Bauen bringt also viele finanzielle Vorteile mit sich, die an verschiedenen Stellen genutzt werden können.
Das Zentrum Ressourceneffizienz liefert eine umfangreiche Liste vieler Kredite, Zuschüsse und Förderungsmaßnahmen rund um das nachhaltige Bauen.

Fazit – Nachhaltig Bauen

Das nachhaltige Bauen ist unsere Zukunft. Zum Schutz unseres Planeten, zur Schonung der knappen Ressourcen und zum Wohl zukünftiger Generationen ist es wichtig, bei der Errichtung von Wohnhäusern oder gewerblichen Bauten auf Nachhaltigkeit zu achten. Dabei zahlen sich die verringerten Lebenszykluskosten natürlich bereits für aktuelle Generationen aus. Nur, wenn ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte bei der Planung neuer Gebäude bedacht werden, können diese auf lange Sicht ihre Dienste leisten.